Wie restauriert man einen Oldtimer ohne Vorkenntnisse?

Wie restauriert man einen Oldtimer ohne Vorkenntnisse

Die Restaurierung eines Oldtimers ist für viele Autoliebhaber ein Traum. Bei mir waren es 25 Jahre, bis ich mit meiner ersten Restauration anfing – 25 Jahre in denen ich meinen Traum vom eigenen Oldtimer vor mir herschob – wie lange wartest du schon?

Doch schrecken viele vor der Herausforderung zurück, weil sie keine Vorkenntnisse haben. In diesem Blogpost bekommst du gezeigt, wie du auch ohne Erfahrung in deiner eigenen Garage erfolgreich einen Oldtimer restaurieren kannst.

Warum einen Oldtimer selber restaurieren?

Der Traum vom eigenen Oldtimer hat eine tiefe emotionale Verbindung mit dir – welche, das kann nur jeder für sich herausfinden. Bei mir ist es das Gefühl von Freiheit – jetzt kann man natürlich anmerken, dass das ein neues Auto auch könne.

Nur kann ich dies für mich nicht bestätigen. All die vielen Helferlein, die heutzutage in modernen Fahrzeugen verbaut sind – isolieren dich vom wirklichen Fahren. Bei einem Oldtimer ist das anders. Viele Funktionen sind mechanisch und verbinden dich mit dem Fahrzeug und der Straße.

Nehmen wir mal die „Beschleunigung“.  Bei einem modernen Fahrzeug ist man innerhalb weniger Sekunden bei 120 km/h oder mehr. Bei einem Oldtimer dauert es länger, man kann die Beschleunigung genießen, hat Zeit, die umliegenden Eindrücke wahrzunehmen, spürt den Asphalt, spürt den Motor, schaltet von Gang zu Gang.

Bei einem Oldtimer geht es nicht darum, so schnell wie möglich am Ziel zu sein. Bei einem Oldtimer geht es darum, dass „Der Weg das Ziel ist“. Ein Erlebnis, das man sich in einem modernen Fahrzeug kaum noch vorstellen kann.

Jetzt stelle dir bitte folgende Situation vor: wie du mit deinem Oldtimer die Straße entlang fährst und die Straße spürst, die Natur um dich herum siehst und einfach das fahren genießt. Und jetzt stelle dir bitte vor: Das du deinen Oldtimer, indem du gerade sitzt auch noch komplett selbst restauriert hast.

Allein für dieses Gefühl, ist es an der Zeit, deinen Oldtimer selber zu restaurieren. Hier auf dem Bild bin ich in Wales unterwegs, mit dem selbst restaurierten VW T3.

Positiver Nebeneffekt bei einer eigenen Oldtimer Restauration

Eine Restauration fordert dich heraus und bringt Weiterentwicklung mit sich. Zudem bietet dir die Restauration eines Oldtimers die Möglichkeit, handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen, die Funktionsweise der Technik zu verstehen und eine tiefere Verbindung zu deinem Fahrzeug aufzubauen.

Eine Oldtimer Restauration schafft auch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Wenn unterwegs mal ein technischer Defekt auftritt, weiß man sich zu helfen, da man die Technik und das Fahrzeug kennt.

Viel Geld kann man mit einer eigens durchgeführten Restauration sparen. Des Weiteren ist die Restauration eine lohnende Investition, da gut restaurierte Oldtimer oft an Wert gewinnen.

Schritt 1: Den richtigen Oldtimer auswählen

Bevor mit der Restaurierung begonnen werden kann, ist es wichtig, den richtigen Oldtimer auszuwählen. Hier sind einige Tipps, wie du das passende Modell findest. Wie du deinen Oldtimer für wenig bis gar kein Geld findest, bekommst du ausführlich hier im Blogbeitrag: So findest du deinen Oldtimer für wenig Geld, erklärt.

  1. Budget festlegen: Überlege dir, wie viel Geld du bereit bist, auszugeben. Berücksichtige dabei nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Kosten für Material und Werkzeuge.
  2. Zustand des Fahrzeugs: Achte auf den Zustand des Oldtimers. Ein Fahrzeug mit weniger Rost und einem intakten Motor ist einfacher zu restaurieren als ein stark beschädigtes Modell.
  3. Verfügbarkeit von Ersatzteilen: Informiere dich, ob Ersatzteile für das gewählte Modell leicht erhältlich sind. Einige Marken und Modelle haben eine große Community, die Teile bereitstellt.

Schritt 2: Die richtige Ausrüstung

Bevor es mit der Restaurierung losgehen kann, wird die richtige Ausrüstung benötigt. Hier ist eine Liste von grundlegenden Werkzeugen und Materialien. Meine ersten Schraubenschlüssel von Norma und diese haben drei Komplettrestaurationen überlebt.

  1. Werkzeuge:

  – Schraubenschlüssel und Steckschlüsselsatz

  – Schraubenzieher (verschiedene Größen)

  – Zangen und Seitenschneider

  – Hammer und Meißel

  – Bohrmaschine

 

2. Materialien:

  – Rostschutzmittel

  – Farbe und Lack

  – Dichtungsmaterial

  – Poliermittel

 

3. Sicherheitsausrüstung:

  – Schutzbrille

  – Handschuhe

  – Atemschutzmaske

Schritt 3: Den Restaurierungsprozess planen

Eine gute Planung ist der Schlüssel zum Erfolg. Setze dir realistische Ziele und erstelle einen groben Zeitplan. Mach dir aber keinen Stress, wenn dieser nicht eingehalten wird, er dient eher als Orientierung. Meinen VW T3 wollte ich in 6 Monaten fertig restauriert haben, es waren dann 9 Monate. Man kann nicht jeden Schritt überblicken, es kommen unerwartete Aufgaben auf dich zu, die man einfach nicht im Blick hat, wei z.B. dass die Karosserie mehr geschweißt werden muss.

Berücksichtige dabei folgende Schritte:

 

  1. Demontage: Beginne mit der Demontage des Fahrzeugs. Dokumentiere jeden Schritt mit Fotos, damit du später alles wieder zusammenbauen kannst. Schrauben und Kleinteile packst du in Zipptüten, die beschriftet werden. Glaube mir, sonst suchst du später ewig nach den richtigen Schrauben. Mache dir auch Bilder von Teilen und Baugruppen. Diese vereinfachen den späteren Zusammenbau.

 

  1. Rostbehandlung: Entferne Rost und behandle die betroffenen Stellen mit Rostschutzmitteln. Dies ist entscheidend, um die Lebensdauer deines Oldtimers zu verlängern. Welche Möglichkeiten du dabei hast, findest du hier im Blog Beitrag: Unterbodenschutz erneuern.

 

  1. Lackierung: Eine Lackierung sollte gerade beim Oldtimer dem Profi überlassen werden. Informiere dich bei umliegenden Lackierereien nach Kapazatäten.

 

  1. Motor und Technik: Überprüfe den Motor und die Technik des Fahrzeugs. Hierbei kann es hilfreich sein, sich Tutorials oder Videos anzusehen, um die Grundlagen zu verstehen.

 

  1. Zusammenbau: Setze das Fahrzeug Schritt für Schritt wieder zusammen. Hierbei ist es wichtig, geduldig zu sein und die Dokumentation zu nutzen.

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