Wie restauriert man einen Oldtimer ohne Vorkenntnisse
Die Restaurierung eines Oldtimers ist für viele Autoliebhaber ein Traum. 25 Jahre schob ich diesen Traum vor mir her – bis ich keine Lust mehr hatte zu warten und begann mit der Planung – wie lange wartest du schon?
Viele schrecken vor solch einem Vorhaben zurück, weil ihnen die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten fehlen. Doch dies sollte dich nicht abhalten, deinen Traum zu verwirklichen. Vor meiner ersten Oldtimer Restauration hatte ich selbst keine Ahnung vom Restaurieren.
In diesem Blogpost bekommst du gezeigt, wie auch du ohne Erfahrung in deiner eigenen Garage deinen Oldtimer erfolgreich restaurieren kannst – denn genauso habe ich angefangen.
Warum einen Oldtimer selber restaurieren?
Der Traum vom eigenen Oldtimer hat meist eine tiefe emotionale Verbindung – welche, das kann nur jeder für sich beantworten. Bei mir ist es das Gefühl von Freiheit – jetzt kann man natürlich anmerken, dass das ein neues Auto auch könne.
Nur kann ich dies für mich nicht bestätigen. All die vielen Helferlein, die heutzutage in modernen Fahrzeugen verbaut sind – isolieren dich vom wirklichen Fahren. Bei einem Oldtimer ist das anders. Viele Funktionen sind mechanisch und verbinden dich mit dem Fahrzeug und der Straße.
Allein für dieses Gefühl ist es an der Zeit, deinen Oldtimer selbst zu restaurieren. Hier auf dem Bild siehst du mich mit dem T3 in Wales unterwegs.
Eine Oldtimer Restauration fordert dich heraus und birgt die Möglichkeit, handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen, die Funktionsweise der Technik zu verstehen und eine tiefere Verbindung zu deinem Fahrzeug aufzubauen.
Zudem schafft eine Oldtimer Restauration auch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Wenn unterwegs mal ein technischer Defekt auftritt, weiß man sich zu helfen.
Viel Geld kann man bei der Restauration sparen. Des Weiteren ist die Restauration eine lohnende Investition, da gut restaurierte Oldtimer oft an Wert gewinnen.
Schritt 1: Den richtigen Oldtimer auswählen
Bevor mit der Restaurierung begonnen werden kann, ist es wichtig, den richtigen Oldtimer auszuwählen. Hier sind einige Tipps, wie du das passende Modell findest.
Wie du deinen Oldtimer für wenig bis gar kein Geld findest, bekommst du ausführlich hier im Blogbeitrag: So findest du deinen Oldtimer für wenig Geld, erklärt.
- Budget festlegen: Überlege dir, wie viel Geld du bereit bist, auszugeben. Berücksichtige dabei nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Kosten für Material und Werkzeuge.
- Zustand des Fahrzeugs: Achte auf den Zustand des Oldtimers. Ein Fahrzeug mit weniger Rost und einem intakten Motor ist einfacher zu restaurieren als ein stark beschädigtes Modell.
- Verfügbarkeit von Ersatzteilen: Informiere dich, ob Ersatzteile für das gewählte Modell leicht erhältlich sind. Einige Marken und Modelle haben eine große Community, die Teile bereitstellt.
Schritt 2: Die richtige Ausrüstung
Bevor es mit der Restaurierung losgehen kann, wird die richtige Ausrüstung benötigt. Es muss nicht das High-End Werkzeug sein. Meine ersten Schraubenschlüssel waren von Norma und diese haben drei Komplettrestaurationen gehalten.
Eine Übersicht habe ich dir hier zusammengestellt und diese auch verlinkt.
- Werkzeuge:
– Schraubenschlüssel und Steckschlüsselsatz
– Schraubenzieher (verschiedene Größen)
– Zangen und Seitenschneider
2. Materialien:
– Farbe und Lack
3. Sicherheitsausrüstung:
Beim Rostschutzmittel habe ich viel ausprobiert. Nach mittlerweile 5 Komplett Restaurationen kann ich dir den Rostschutz von Branthox empfehlen. Das ist ein geniales Zeug. Der Hersteller wirbt sogar, dass man es direkt auf Rost aufbringen kann. Es ist ideal für Achsen und Anbauteile.
Schritt 3: Den Restaurierungsprozess planen
Eine gute Planung ist der Schlüssel zum Erfolg. Setze dir Ziele und erstelle einen groben Zeitplan. Mach dir aber keinen Stress, wenn dieser nicht eingehalten wird, dieser dient eher als Orientierung. So wollte ich meinen VW T3 in 6 Monaten fertig restauriert haben, es waren dann aber 9 Monate.
Man kann nicht jeden Schritt überblicken, es kommen unerwartete Aufgaben auf dich zu, die man einfach nicht im Blick hat, wie z.B. dass die Karosserie mehr geschweißt werden muss. So hatte ich vor den Karosserie beim VW T3 innerhalb von vier Tagen fertig zu bekommen, es waren dann aber vier Wochen.
Berücksichtige dabei folgende Schritte:
- Demontage: Beginne mit der Demontage des Fahrzeugs. Dokumentiere jeden Schritt mit Fotos, damit du später alles wieder zusammenbauen kannst. Schrauben und Kleinteile packst du in Zipptüten, die beschriftet werden. Glaube mir, sonst suchst du später ewig nach den richtigen Schrauben. Mache dir auch Bilder von Teilen und Baugruppen. Diese vereinfachen den späteren Zusammenbau.
- Rostbehandlung: Entferne Rost und behandle die betroffenen Stellen mit Rostschutzmitteln. Dies ist entscheidend, um die Lebensdauer deines Oldtimers zu verlängern. Welche Möglichkeiten du dabei hast, findest du hier im Blog Beitrag: Unterbodenschutz erneuern.
- Lackierung: Eine Lackierung sollte gerade beim Oldtimer dem Profi überlassen werden. Informiere dich bei umliegenden Lackierereien nach Kapazitäten.
- Motor und Technik: Überprüfe den Motor und die Technik des Fahrzeugs. Hierbei kann es hilfreich sein, sich Tutorials oder Videos anzusehen, um die Grundlagen zu verstehen.
- Zusammenbau: Setze das Fahrzeug Schritt für Schritt wieder zusammen. Hierbei ist es wichtig, geduldig zu sein und die Dokumentation zu nutzen.
Schritt 4: Hilfe und Ressourcen nutzen
Es ist normal, wenn während der Restauration Probleme auftauchen. Man kann nicht jeden einzelnen Arbeitsschritt überblicken. Dank Internet gibt es heutzutage einige Ressourcen, die zur Verfügung stehen:
- Online-Foren: Dank Facebook Gruppen sind Foren mittlerweile in die Jahre gekommen und dennoch gibt es sie noch. Dort findet man nützliche Informationen, mit denen deine Fragen eine Antwort finden.
- YouTube & Co: Viele YouTuber teilen ihre Erfahrungen und geben wertvolle Tipps zur Oldtimer-Restauration. So habe ich mich damals übers Schweißen informiert, um anschließend den VW T3 selbst zu schweißen.
- Bücher und Anleitungen: In bekannten Büchern wie „Jetzt helfe ich mir selbst“ oder „So wird’s gemacht“ findet man Anleitungen, die sich mit der Technik im Detail des spezifischen Modells befassen. In diesen Büchern wird die Funktion der Technik im Detail erklärt.
Schritt 5: Geduld und Ausdauer
Die Restauration eines Oldtimers ist ein zeitaufwändiger Prozess, der von Monaten auch mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann. Meine erste Restauration dauerte zwei Jahre, die zweite nur ein Jahr und die dritte nur 9 Monate. Was der zunehmenden Erfahrung geschuldet ist.
Deshalb habe Geduld und Verständnist. Sei dir bewusst, dass nicht alles nach Plan verläuft. Es wird Rückschläge geben, aber das ist Teil des Lernprozesses. Halte durch und genieße die Restauration. Es wird die Zeit nach der Restauration kommen, wo du über so manches Problem im Nachhinein schmunzeln wirst.
Es geht auch nicht darum, so schnell wie möglich fertig zu werden.
Fazit – Zusammenfassung
Lass dich von der Faszination der Oldtimerwelt mitreißen und beginne noch heute mit deinem eigenen Restaurierungsprojekt. Die Restaurierung eines Oldtimers in der eigenen Garage ist eine lohnenswerte Herausforderung, die dir nicht nur handwerkliche Fähigkeiten vermittelt, sondern auch eine tiefere Verbindung zu deinem Fahrzeug schafft.
Auch ohne Vorkenntnisse kannst du mit der richtigen Planung, den passenden Werkzeugen und einer Portion Geduld dein Projekt erfolgreich umsetzen. Nach der Restauration, wirst du feststellen, dass die Freude und der Stolz, deinen Oldtimer selbst restauriert zu haben, unbezahlbar sind.
Viel Spaß beim Oldtimer Restaurieren,
wünscht, nico
P.S. Sollten Fragen auftreten, so melde dich gern bei mir.

